Elke Hesse | Text & Werbelektorat

  • Text & Konzept
    • Image- & Unternehmenstexte
    • Kalender, Kindersach- & Geschenkbuch
  • Werbelektorat
    • PR- & Produkttexte
    • Schlussredaktion
  • Übersetzung
    • Kinder- & Jugendsachbuch
    • Zitaten- & Geschenkbuch
  • Profil
  • Kontakt
  • Werkstatt
Aktuelle Seite: Start / Archiv für Kalender

22. Dezember 2010 von Elke Hesse

Das 22. Türchen: Gedicht zum Geschenke-Countdown

Ich weiß nicht, ob ihr schon längst alle Geschenke beisammen habt oder ob ihr zu den Menschen gehört, die noch in den allerletzten Tagen vor Weihnachten panisch in den Geschäften herumrennen auf der Suche nach Weihnachtsgaben. Jedenfalls hab ich mir überlegt, dass es knapp drei Tage vor Heiligabend ganz schön wäre, wenn aus dem Türchen ein Gedicht zum Thema Schenken hervorspringen würde …

Und ich wurde fündig bei dem Dichter der Seepferdchen und Ringelnattern Hans Gustav Bötticher, besser bekannt unter den Namen Joachim Ringelnatz (1883–1934). Der Schriftsteller, Kabarettist und Maler hat nie verraten, warum er für sich dieses Pseudonym gewählt hat. Tatsache aber ist, dass Ringelnatz ursprünglich unbedingt Seemann werden wollte und eins seiner Lieblingsmotive in Malerei und Dichtung  das Seepferdchen war, von Seeleuten Ringelnass genannt. Außerdem hielt sich Bötticher ein Terrarium mit Ringelnattern – Tiere, die sich bekanntlich zu Lande und zu Wasser gleichermaßen wohlfühlen.

Und hier sein Gedicht zum Thema Geschenke, dem ich nichts mehr hinzufügen möchte:

Schenken

Schenke groß oder klein,
Aber immer gediegen.

Wenn die Bedachten

Die Gaben wiegen,
Sei dein Gewissen rein.

Schenke herzlich und frei.
Schenke dabei,

Was in dir wohnt

An Meinung, Geschmack und Humor,
Sodass die eigene Freude zuvor
Dich reichlich belohnt.

Schenke mit Geist ohne List.
Sei eingedenk,
Dass dein Geschenk
Du selber bist.

(Joachim Ringelnatz)

(Fotos: Seepferchen – Alfred Krawietz, Geschenk – Renate Franke, pixelio)

Kategorie: Adventskalender, Kalender, Lesetipp Stichworte: Adventskalender, Geschenke, Ringelnatz, Schenken

21. Dezember 2010 von Elke Hesse

Das 21. Türchen: Heiteres Beruferaten

Ich weiß, kein Mensch hat so kurz vor Weihnachten Zeit, sich mit irgendwelchen Denksportaufgaben zu beschäftigen, aber vielleicht nehmt ihr euch dieses Türchen einfach mit in den wohlverdienten Weihnachtsurlaub. Heute will ich euch nämlich einen sehr netten Zeitvertreib vorstellen: das Anagrammieren.

Als Anagramm wird ein Wort bezeichnet, das durch Umstellung der einzelnen Buchstaben aus einem anderen Wort gebildet wurde. Simple Beispiele: aus Mehl wird Helm, aus Ampel wird Lampe oder Palme.

Aber es gibt noch viel kompliziertere und hintersinnigere Anagramme. Anagramm-Freaks tüfteln so lange, bis sie eine Umstellung finden, die sogar den ersten Begriff definieren kann. Beispiele: Bundesagentur fuer Arbeit = aufbrausende Erbitterung, oder die Kaiserschnittgeburt = Kind bitte gesichert raus.

Und jetzt sollt ihr erraten, welchen Berufen folgende Damen nachgehen? Lest ihre Visitenkarten und tauscht die Buchstaben, dann kommt ihr (vielleicht) drauf:

Ute Tapirgo, Herne

Anni Rollmus, Mettscheid

Pia Thoithun, Speyer

Elke Hirrnd, Dueren

Ich bin sehr gespannt, ob ihr es herausfindet, und wünsche euch auf jeden Fall viel Spaß dabei. :-)

(Foto: Egon Häbich, pixelio)

Kategorie: Adventskalender, Kalender, Sprachbetrachtung Stichworte: Adventskalender, Anagramm, Beruferaten, Buchstabenrätsel

19. Dezember 2010 von Elke Hesse

Das 19. Türchen: Wollt ihr Terz machen oder lieber ein Fass auf?

Aufmerksamen Lesern und Leserinnen dieses Adventskalenders dürfte nicht entgangen sein, dass ich mit dem Türchen heute erstens auf geschätzte Kundenwünsche eingehe (siehe den ausführlichen Kommentar von Birgit zum 14. Türchen) und zweitens ein kleines Zeugma in die Überschrift eingebaut habe ;-).

Nun, liebe Birgit, leider ist nur eins sicher: Ich kann dir nicht gesichert sagen, woher die Redensart »Terz machen« im Sinne von sich aufregen, Streit suchen, Wirbel um etwas machen, tatsächlich kommt.

Das Wort Terz leitet sich vom lat. tertius = der Dritte her und hat eine musikalische, eine sportliche und eine christliche Bedeutung. Die musikalische hat uns Birgit bereits ausführlich erklärt, die sportliche Bedeutung kommt aus dem Fechtsport. Beim Fechten ist die Terz ein Hieb, der an dritter Stelle in einer Parade kommt und aus einem 45-Grad-Winkel von oben auf den Gegner getätigt wird. Und im Christentum ist die Terz eine Gebetszeit beim Stundengebet zur dritten Stunde des Tages (nach antiker Tageseinteilung um ca. 9 Uhr morgens).

Tja, das alles erklärt uns noch nicht die Redewendung … Vielleicht aber kann man behaupten, gerade weil die Terz so viele Bedeutungen hat und man sie beten, singen, lesen, sprechen, stechen, hauen, groß und klein machen kann – verursacht sie ingesamt einfach ganz schön Wirbel … ähnlich einem Sturm im Wasserglas, siehe Foto. Eine befriedigendere Erklärung, liebe Birgit, habe ich leider nicht parat, :-(.

Im Zuge der Recherche zu diesem Türchen bin ich allerdings auf eine interessante Parallele gestoßen, nämlich auf die Redewendung »ein Fass aufmachen«. Dies kann ebenso wie »Terz machen« heißen »viel Aufhebens um etwas machen« und in einer weiteren Bedeutung »ein ausgelassenes Fest feiern«. Woher Letzteres stammt, dürfte klar sein: vom Anstechen eines Bierfasses bei größeren Feiern. Die Erklärung für die erste Bedeutung aber liegt vermutlich in der Eindeutschung einer englischen Redensart »to make a fuss about something«, wobei das Wort fuss = Getue, Lärm, Wirbel, Trara zu Fass wurde. Darauf muss man erst mal kommen – deutsche Sprache, sag ich euch, ein Fass ohne Boden …

(Fotos: Wasserglas – Alexander Willuweit, Fass – Lutz Schneider, pixelio)

Kategorie: Adventskalender, Geflügelte Worte, Kalender, Sprachbetrachtung Stichworte: Adventskalender, ein Fass aufmachen, Redensart, Terz machen

18. Dezember 2010 von Elke Hesse

Das 18. Türchen: Von Goldschlägern und Rauschgoldengeln

Nein, ihr habt schon richtig gelesen, das in der Überschrift sollte nicht Golfschläger heißen, sondern tatsächlich Goldschläger. Bis vor ein paar Jahren wusste ich selbst gar nicht, was das ist, aber dann habe ich den Begriff für einen Kinderkalender recherchiert und herausgefunden, dass ein Goldschläger Blattgold herstellt, ganz hauchdünne Goldblättchen.

Zuerst schmilzt er das Gold und gießt es zu einem kleinen Barren. Der wird erhitzt und zu einem Streifen ausgewalzt, dünn wie Zeitungspapier. Daraus schneidet der Goldschläger kleine Quadrate, die jeweils mit einem Trennpapier dazwischen gestapelt werden, 500 Stück übereinander. Dann saust ein Stahlhammer aus einer Maschine so oft auf die Blättchen, bis sie ganz ganz dünn sind.

Der letzte Packen Blattgold wird sogar heute noch von Hand gehämmert. Mehr als zwei Stunden schlägt der Goldschläger auf das Blattgold ein, bis die 10.000 Blättchen übereinander nur noch 1 mm dick sind.

So, nun wisst ihr zwar, was ein Goldschläger ist, fragt euch aber, was das nun mit einem Sprachschätzchen zu tun hat, abgesehen vom Goldgehalt. Na ja, ihr wisst ja, wer sich in den deutschen Sprachwald verirrt, findet so manches Hölzchen und Stöckchen … ;-) Es kam so:

Ursprünglich habe ich darüber nachgedacht, was es mit dem Begriff Rauschgoldengel auf sich hat, der gehört ja irgendwie zu Weihnachten. Heißt der so, weil er berauschend schön ist oder hat der was mit Goldrausch zu tun? Nein, die Erklärung ist: Rauschgold ist nichts anderes als eine Blattgoldimitation aus Messing (und als ich Blattgold las, fiel mir sofort wieder der Goldschläger ein, logisch). Lange suchte ich dann nach der Erklärung des »Rausch« und ich entdeckte sie schließlich im Grammatisch-kritischen Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart von Johann Christoph Adelung aus dem Jahr 1811, das von der Bayerischen Staatsbibliothek dankenswerterweise digitalisiert wurde.

Darin steht:

Das Flittergold, [213-214] des -es, plur. car. zu dünnen glänzenden Blättern, wie Papier, geschlagenes Messing, aus welchem die Flitter geschlagen werden; Rauschgold, weil es bey der geringsten Bewegung rauschet, im Nieders. Knetergold, Knistergold. Figürlich auch wohl, schimmernde Gedanken, welche bey genauer Untersuchung falsch befunden werden, schimmernde unechte Zierathen.

Die Geburt des ersten Rauschgoldengels fand übrigens 1570 in Nürnberg statt. Und weil ich hier schon so viel gequasselt habe, muss ich die, die die herzergreifende Legende über die Erfindung des Rauschgoldengels lesen wollen, auf Wikipedia verweisen. Ich hoffe, ihr haltet meine schimmernden Gedanken nicht für unechten Zierat – und ich wünsche euch an Weihnachten noch mehr als güldene Geschenke ein paar rauschgoldknisternde Gedanken und vor allen Dingen ein echt goldenes Herz.

(Fotos: Goldkugel von Rike, pixelio; Nürnberger Rauschgoldengel mit frdl. Genehmigung des Vereins Nürnberger Krippenfreunde)

Kategorie: Adventskalender, Kalender, Sprachbetrachtung Stichworte: Adventskalender, Goldschläger, Rauschgoldengel

17. Dezember 2010 von Elke Hesse

Das 17. Türchen: Das Wahre vom Ei!

Nicht nur Leuten, die gern viel und schnell reden, ist das schon passiert: Es rutscht einem etwas aus dem Mund, was der Fachmann als Katachrese, als Bildbruch bezeichnet. Der Sprecher vermischt im Eifer des Wortgefechts zwei Metaphern oder Redewendungen miteinander, was dann zu ungewollter allgemeiner Erheiterung beiträgt. So zum Beispiel:

Heute schenke ich euch mal reinen Tisch ein. Schließlich habe ich noch ein Hühnchen mit euch offen. Aber ihr wisst auch, viele Breie verderben den Koch. Möge dieser Kerl an mir vorübergehen. Schließlich ist ein blindes Huhn besser als die Taube auf dem Dach. Ich möchte euch keine Made in den Speck setzen, aber ihr könnt mir glauben, eigner Herd ist des Talers nicht wert. Es heißt immer, wer wagt, dem glaubt man nicht. Aber in Wirklichkeit ist es so: Wer anderen eine Grube gräbt, sollte nicht mit Steinen werfen. Jetzt will ich euch mal was verraten: Der Spatz in der Hand findet auch ein Korn. Und wer wagt, hat Gold im Mund und wird zum … nein, das verrät erst das morgige Türchen.

(Foto: BirgitH., pixelio)

Kategorie: Adventskalender, Geflügelte Worte, Kalender, Sprachbetrachtung Stichworte: Adventskalender, Katachrese, Redensart, Sprichwörter

  • « Vorherige Seite
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • …
  • 7
  • Nächste Seite »

Elke Hesse | Werkstatt

Zitat des Monats:
»Erfahrung ist nicht das, was einem Menschen widerfährt, es ist das, was ein Mensch aus dem macht, was ihm widerfährt.« (Aldous Huxley)

Kategorien

  • Adventskalender
  • Belletristik
  • Geflügelte Worte
  • Grammatik
  • In eigener Sache
  • Kalender
  • Lektorat
  • Lesetipp
  • Markengeschichten
  • Medien
  • Nützliche Werkzeuge
  • Ohne Kommentar
  • Referenzen
  • Schreibarbeit
  • Sprachbetrachtung
  • Text & Konzept
  • Übersetzung

Schlagwörter

(D)englisch Adventskalender arsEdition auf gut Deutsch Bach Bankrott Biografie bloggen Brockhaus Bücher dtv Duden Grammatik Gutes tun Kalender Katachrese Kinder kommunizieren lesen Lustiges Marketingaktion Nachdenkliches Nikolaus Pons Prokrastination Quiz Rauschgoldengel Redensart Sachbuch Schampus schimpfen schreiben Sprache Sprachqualität Sprichwörter Suffix Texttreff Verballhornung Wilhelm Busch Wortschätze Zeitung Zeugma Zitate Übersetzung übersetzen

Archiv

Neu im Werkstatt-Blog

  • Neuer Look zum Zehnjährigen!
  • Biblische Rätsel
  • Und wieder ist ein Jahr vorbei

Information

  • Kontakt
  • Impressum
  • Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB)

© 2025 Elke Hesse · Text & Werbelektorat - München · Tel.: 089 – 600 112 99 · Impressum · Datenschutz